Montag, 23. Januar 2012

Samstag, der 13.

Was macht man, wenn der Laptop den Geist aufgegeben hat, man sich einen neuen kaufen musste und dementsprechend kein Internet hat, weil man das für den neuen Computer erst wieder frei schalten muss? Genau! Man könnte ja mal einen Blogeintrag vorschreiben. Dauert mit einer Hand nur ein wenig länger. Aber einfach mal der Reihe nach.

Zu doof, dass ich mich nich mehr an meinen alten Eintrag erinnern kann, aber egal. Letzte Woche ist sowieso nicht viel passiert, ausser, dass unser Finnisch- und der Übersetzungskurs angefangen hat. Was soll ich zu Finnisch gross sagen? Ich mag den Dialekt unserer Lehrerin nicht und ihre Satzstellung auch nicht und die Wörter, die sie benutzt sowieso nicht. Beste Voraussetzungen würde ich da mal sagen.
Dafür ist der Übersetzungskurs ganz nett. Wobei man hier eigentlich erwähnen muss, dass das ein Kurs für Finnen ist, die Deutsch studieren, aber das ist uns ja egal, immerhin übersetzt man von Finnisch auf Deutsch und das ist für uns ja auch keine schlechte Übung.

Nunja, auf alle Fälle war die letzte Woche auch irgendwann vorbei und der Freitag war endlich da. Juhu, Wochenende! Völlig (un)motiviert machte ich mich am Abend bzw. eigentlich ja schon in der Nacht auf den Weg ins Zentrum und nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder in Katse, denn immerhin wollte ich ja Gotham O.D sehen, wenn ich mich schon seit Wochen auf das Konzert gefreut habe :D
Ich stelle mich schon auf eine Wartezeit von zwei oder mehr Stunden ein, aber unglaublich, sie haben tatsächlich gegen Mitternacht begonnen zu spielen! Nicht erst um eins oder später, nein, Mitternacht!
Dazu muss wohl erwähnt werden, dass die meisten Konzerte hier in Finnland erst nach Mitternacht beginnen und das vollkommen normal ist. Ob das gut ist oder nicht kann wohl jeder für sich selbst entscheiden, allerdings fahren die letzten Busse hier entweder um 1 oder 2 Uhr wieder zurück Richtung Wohnheim...
Aber gut, Gotham O.D, eine der wenigen Bands bei der ich vorher nicht wusste, wie sie aussehen bzw. bei denen ich das schon wieder vergessen hab, weil es mich nicht wirklich interessiert, weil die Musik einfach toll ist. So spielen sie also, bis sie 15 Minuten bevor mein Bus fuhr fertig waren. Juhu! Noch schnell zwei Poster von der Wand genommen, Jacke abgeholt und zum Bus geflitzt. Man muss schliesslich nich noch länger da bleiben und Gefahr laufen, dass man von komischen Finnen belästig wird.
Ich hatte die Band ja letztes Jahr im Januar kurz kennen gelernt, als ich von einem Freund von mir bei denen abgesetzt wurde, weil der Herr keine Zeit hatte, weil er jenes Charityevent organisierte und meine anderen Freunde noch nicht da waren. Aber egal, man kann mich ja einfach mal bei fremden Männern absetzen. Dann steht man also schön im Blickfeld des Drummers, der einen anguckt, dann mit dem Sänger redet und schon kommt nach dem nächsten Lied ein „Dankeschön!“ in perfektem Deutsch, haha.



Aber ja, das Wochenende war ja noch länger und ich hätte ehrlich gesagt darauf verzichten können. Am Samstagmorgen meine mein Laptop dann vollständig den Geist aufgeben zu wollen und nach zwei Stunden wollte er sich immer noch nich geschlagen geben, also musste ich mich wohl oder übel geschlagen geben und mir spontan einen neuen kaufen, weil mal kurz zu Saturn gehen um ihn in Reperatur zu geben ist hier dann doch nicht so einfach.
So steht man also im Anttila (finnisches Kaufhaus) und betrachtet die kleine Auswahl an Laptops und starrt mit grossen Augen auf den Preis. Dazu muss ich ja sagen, dass es hier in Finnland eine Mitglieds/Payback/Whatever-Karte gibt und mit der hat man mal eben 100 – 150 € Rabatt auf die Laptops. Eeeh, danke? Besitz ich nicht! So studierte ich also das Angebot, liess mich hinterher noch mehr oder weniger in einem Mix von Englisch und Finnisch beraten und entschied mich schliesslich für einen neuen Laptop. Die Verkäuferin hatte dann auch wohl ein wenig Mitleid mit mir, denn ich durfte den Preis zahlen, den man mit dieser Karte hätte zahlen müssen. Yay, auf die Schnelle 100 € gespart. Vielen Dank also dafür!
Ich hab also wieder einen funktionierenden Laptop, allerdings mit einer finnischen Tastatur... Also nichts von wegen scharfes s und sowas. Gibt’s hier nicht. Und für das Ü muss ich auch auf zwei Tasten drücken um es zu bekommen, denn auf der deutschen Ü-Taste findet man hier nur das Schwedische å. Aber ich meistere es! Ha!
Das Tippen mit einer Hand, dann schon weniger. Denn als ob es nicht schon genug wäre, dass der Laptop den Geist aufgab, nein! Auf dem Weg in die Stadt hat mir der Schnee dann auch noch eine Falle gestellt und ich hab eine weniger schöne Bekanntschaft mit dem Boden gemacht. Immerhin tut inzwischen nur noch die Hüfte weh und eben die Hand. Aber wenn schon, dann macht man das auch richtig und nimmt gleich mal die rechte Hand. Schreiben wird sowieso überbewertet.

Zum Glück wurde der Abend dann aber immerhin ein wenig besser und der Tag war nicht komplett für den Arsch. Diverse Menschen meinten sie wollen hier wieder eine M-Building Party veranstalten und nein danke. Ich hatte darauf ja mal sowas von überhaupt keine Lust und da blieb nur eins übrig: Flucht!
Gemeinsam mit zwei Italienierinnen und einer Japanerin ging es in eines der Nachbargebäude, wo wir bei einem Mädl aus der Türkei Unterschlupf fanden und dazu gesellte sich noch eine weitere Japanerin. Und so sass man da also, ass (Mir fehlt der richtige Buchstabe sehr!) türkischen Karotten“salat“, finnische Joulutortut und deutschen Christstollen um hinterher türkischen Kaffee zu trinken, bevor es zum Highlight des Abends ging! Kaffeesatz lesen! Es hatte nur leider niemand so wirklich Ahnung davon, sodass wir uns gegenseitig erzählt haben, was wir in unseren Tassen so sehen, bzw. wurden die Tassen herumgereicht und jeder durfte mal schauen :D Bei mir kam am Ende schliesslich ein Mond, ein Totenkopf, ein A und ein Herz raus. Das darf dann auch jeder deuten, wie er möchte.
 Und wie das bei Studenten halt so ist kann man dem Internet nicht lange fern bleiben, sodass wir uns bald in das Zimmer der dort Wohnenden verzogen und es endete damit, dass wir uns YouTube Videos von Lovex, Private Line, Uniklubi und PMMP ansahen und hey, es ging nicht von mir aus. Ausnahmsweise war ich mal vollkommen unschuldig, was das angeht!
So verging der Abend langsam, es wurde geredet, gelacht und ganz ohne Alkohol Spass gehabt, bis wir uns gegen 3 wieder auf den Weg zurück in unser Wohnheim gemacht haben und schon von weitem konnte man die Musik hören. Am liebsten wären wir ja umgedreht und hätten uns weiter versteckt, aber schliesslich trauen wir uns doch ins Wohnheim, wo wir überrascht waren so wenige Menschen anzutreffen und ganz ehrlich gesagt war das ja ganz schön traurig, wenn man das mit den beiden letzten Partys vergleicht. Laut waren die wenig Leute leider trotzdem, sodass ich um 6 Uhr immer noch die Musik und das Geschrei hören konnte. Aber zum Glück gibt es ja so Menschen, wie mich, die bei guter Musik ohne Probleme schlafen können. Also MP3 Player angemacht, Disco Ensemble eingestellt und dann wurde um 4 schön geschlafen :D

Heute (also jetzt dann eigentlich gestern... :D Sonntag auf alle Fälle!) hab ich doch dann tatsächlich geschafft endlich mal was für die Uni zu machen. Es hat eben manchmal doch was Gutes, wenn man kein Internet hat, weil man das für den neuen Laptop erst neu beantragen muss. Auf jeden Fall hoffe ich, dass das morgen (heute, Montag) Nachmittag wieder funktioniert, sonst bin ich leider ein wenig aufgeschmissen. Natürlich nur, weil wir unsere ganzen Sachen für die Uni, wie Texe oder Aufgaben, im Internet haben.
Jetzt werd ich aber erstmal ins Bett gehen / Gestern ging ich dann aber auch erstmal ins Bett um das Buch zu lesen, welches Svenja mir ausgeliehen hat.
Dieter Hermann Schmitz – Die spinnen die Finnen.
Bis jetzt kann ich es nur empfehlen, es erheitert einen wirklich sehr. Und vor allem ist es so wahr :D
Apropos wahr, ich hatte das Video letztens erst auf Facebook, aber wer das da noch nicht gesehen hat und es nachholen möchte, kann das ja gerne tun. Wichtige Überlebenstipps für ERASMUS-Studenten in Finnland und man mag es kaum glauben, aber es ist wirklich wahr :D

Montag, 16. Januar 2012

You said your life needed something special.

Da sich Martina regelmäßig bei mir beschwert, dass es IMMER NOCH keinen neuen Blogeintrag gibt und der letzte auch schon wieder einen Monat her ist und ich absolut keine Lust habe mich mit Finnischhausaufgaben zu beschäftigen schreib ich mal wieder 'n bisschen was.

Und wo fängt man an? Weihnachten! Oder auch nicht. Über den Geburtstag meiner Schwester und Weihnachten verbrachte ich 1,5 Wochen in Deutschland bevor es dann am 29.12. wieder zurück nach Finnland ging und da ich auf der Hinreise nach Deutschland nach 15 Stunden Reise schon halbtot war, hab ich beschlossen, dass ich nicht noch um 18:30 Uhr von Helsinki nach Jyväskylä fahr, sondern einen Zwischenstop in Tampere einlege und dann am nächsten Tag erst weiter nach Jyväskylä fahre. Hat sich auch angeboten, da die Band von einem Freund an dem Abend in Tampere gespielt hat. So war ich also um 21 Uhr in Tampere, gönnte mir eine Dusche und ein Nickerchen bevor es gegen 23:30 Uhr in die Bar ging, wo die spielen sollten und ja, Tampere wird immer widerlicher. An dem Abend hatte ich doch tatsächlich 3 Finnen an mir kleben, von dem der eine selbst nach ner Stunde nicht aufgegeben hat. Aber zum Glück wurde ich nach dem Konzert gerettet, als n Freund von mir mich mit sich backstage zog UND MICH STEHEN LIEß! Da stand ich also dämlich rum und kannte niemanden, aber die anderen Herren waren dann so nett und haben sich mit über den Abend verteilt vorgestellt, sodass ich nicht wie der letzte Idiot rumstehen musste :D
Ich kam dann auch noch in den Genuss von Rammstein auf Acousticgitarre mit Finnen, die auf Deutsch singen, hahaha. Kann ich nur empfehlen :D 
Um 4 Uhr wurden wir schließlich aus der Bar geworfen und es ging zum Hotel, wo ich erstmal totmüde in mein Bett fiel und... dann nicht schlafen konnte. Und das obligatorische Video darf natürlich nicht fehlen... :D Leider hat YouTube nichts zu bieten, was den Abend angeht, aber zum Glück gibt es ja noch andere ;)
(Wer übrigens gut aufgepasst hat wird erkennen, dass der Sänger der gleiche ist, der auch schon die wundervollen Weihnachtslieder gesungen hat :D)


Die komplette Woche nachdem ich aus Deutschland zurück war, hab ich nur im Bett oder auf dem tollen Stuhl in meinem Zimmer verbracht, weil ich einfach nur müde war und mich zu nichts aufraffen konnte. Aber gut, mein Körper hat die Ruhe gebraucht, nachdem es mir die letzten Tage in Deutschland nur noch schlecht ging, weil ich nur am Rumrennen war.

Letzte Woche ging dann auch schon wieder das neue Semester mit zwei Vorlesungen los. Einmal Kalevala and Finnish Folklore und Women's Finland. So haben wir also Dienstag - Donnerstag verbracht und den Freitag mal den freien Eintritt im Alvar Aalto Museum ausgenutzt. Alvar Aalto sollte man eigentlich kennen, aber wer das nicht tut, für den hab ich natürlich wieder eine kleine Info :D
Hugo Alvar Henrik Aalto(* 3. Februar 1898 in Kuortane, Finnland; † 11. Mai 1976 in Helsinki, Finnland), war ein finnischer Architekt und Designer. Alvar Aalto wurde bekannt für seine besonderen Konzeptionen im Bereich des organischen Bauens. Ein relativ bekanntes Designerstück von Aalto ist die Aalto-Vase. Die Aalto-Universität in Helsinki trägt seit 2010 seinen Namen.
Quelle: Natürlich Wikipedia
Eigentlich wollten wir auch noch in andere Museen, aber da das Wetter so bescheiden war und es einfach nur kalt war, haben wir uns dazu entschlossen nur noch kurz in die Stadt zu fahren und dann wieder nach Hause. Bei -16°C hat man dann wirklich nicht so die Lust lange draußen zu bleiben :D Aber ein Gutes hat die Temperatur ja, die Heizungen funktionieren endlich einigermaßen!

Freitag Nacht entdeckte Svenja dann noch was furchtbar Tolles auf Facebook.
Rocksalibandyn SM 2012 Jyväskylä
Klingt doch gut! Eine Meisterschaft im Floorball der "Rockliga" in Jyväskylä. Bedeutet also, dass alle möglichen Menschen, die etwas mit der finnischen Rockszene zu tun haben, in verschiedenen Mannschaften gegeneinander um die Meisterschaft spielen. Ist doch klar, dass wir da mal hinschauen müssen und die ganze Aktion war ein riesiger Fail. Wir hatten keine Ahnung, wo das war, haben es aber schließlich herausgefunden und auch den etwas seltsamen Eingang der Halle gefunden, den wir nur skeptisch musterten. Svenja nahm schließlich ihren ganzen Mut zusammen und fragte die Menschen, die vor dem Eingang standen, ob man denn zuschauen kann. Die Antwort lautete dann in etwa "Ja klar, geht einfach rein und folgt dem Flur bis zu den Feldern." Gesagt, getan. Kann ja nicht so schwer sein. So liefen wir also den langen Flur entlang und plötzlich tauchten Umkleidekabinen und Spieler, die sich aufwärmten, auf. Ehm?! 
So fanden wir schließlich heraus, dass das gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht war und die das da im kleinen Kreis austrugen. Stellte sich die Frage "Bleiben oder gehen?" Nach einer kurzen Inspektion des Spielfeldes, das zwischen Bande und Wand nur einige Zentimeter Platz hatte entschieden wir uns zu gehen. Eine eindeutig gute Entscheidung.
So waren wir wenigstens mal an der frischen Luft.

Dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei, der Montag war da und mein Finnischkurs begann heute Vormittag. Lassen wir uns überraschen, wo das noch hinführen wird...